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Kajak-Tourenpaddel – Effizients & Leichtigkeit auf deiner Kajaktour

Vogalonga, rund 40 Kilometer Paddeltour rund um Venedig - Kanuladen am Bodensee

Boat – Body – Blade, das Grundkonzept moderner Paddeltechnik.

Dabei mindestens so wichtig wie das Kajak – das Paddel !
Vortrieb, Kurskorrektur, Paddelmanöver, Paddelstütze, Eskimorolle … immer ist es das Paddel was Intention, Bewegung und Kraft vom Paddler aufs Wasser überträgt.

Lass Dich zur richtigen Auswahl bei uns in Radolfzell beraten.
Informationen "Online" findest Du in unserem FAQ Kajakpaddel

Die notwendige Paddeltechnik um mit Paddel und Canadier effizient unterwegs zu sein vermittle ich Dir gerne in einem meiner Canadier-Kurse.


FAQ: Kajak - Tourenpaddel - Informationen zur Auswahl eines Paddel

Steile Paddeltechnik - flache Paddeltechnik

Paddeltechnik-Workshop mit Freya Hofmeister - Kanuladen am Bodensee

Bei einer steilen Paddelführung nahe am Boot geht die eingesetzte Kraft zum größten Teil in eine Vorwärtsbewegung des Kajaks über.
Durch eine flache Paddelführung wird neben der Vorwärtsbewegung immer auch eine leichte Drehung des Boots erzeugt.
Die eingesetzte Kraft wird so weniger effektiv in Vortrieb umgesetzt. Daraus nun den Schluss zu ziehen, die steile Technik wäre die bessere, ist aber verkehrt. Vielmehr sollte der Paddler seine Technik der Situation angepasst variieren können. Der Vergleich mit der Gangschaltung des Radfahrers bietet sich hier an - kurzer Sprint oder lange Tour… Wind, Welle, kabbelige See… Kondition und Tagesform, viele Faktoren bestimmen den "gerade passenden Gang".

Steile und flache Paddelführung im Vergleich

Paddellänge

In keinem Fall sollte ein Paddel zu lang sein. Als erste Faustformel gilt: Der Paddler sollte bei ausgestrecktem Arm mit den Fingerspitzen noch auf sein senkrecht auf den Boden stehendes Paddel greifen können.
Ein zu langes Paddel verhindert eine steile Paddelführung und erschwert eine effiziente Paddeltechnik, nicht nur bei Vorwärtsschlag. So variieren nicht wenige Seekajakfahrer ihre Paddellänge um etwa 5-10cm von genannter Faustformel nach unten. Im Wildwasser werden deutlich kürzere längen gefahren.

Paddelblatt

Größe der Padelblätter

Kompakte - breite, kurze Paddelblätter eignen sich mehr für eine steile Paddelführung. Diese ermöglich einen maximalen Druckaufbau am Blatt. Schlanke Blattformen passen gut zu einer flachen Paddelführung. Diese ist bei langen Touren kraftsparender

Viele Hersteller bieten die jeweiligen Modelle zudem in zwei Blattgrößen an - Small und Large. Der Griff zu Large sollte aber gut überlegt sein. Am Ende kommt nur so viel an Vortrieb heraus wie der Paddler an Kraft hineinstecken kann. Ein zu großes Blatt macht das Paddeln unnötig schwer.

Form der Paddelblätter

Praktisch alle modernen Paddelblätter sind gekehlt, das heißt sie sind gewölbt, etwa wie die Hand eines Kraulschwimmers, was eine bessere Verankerung des Paddels im Wasser bewirkt. Bis auf wenige Ausnahmen sind moderne Paddelblätter zudem asymmetrisch geformt. Dies dient einem gleichmäßig über die gesamte Blattfläche verteilten Druckaufbau im Wasser trotz einer Paddelführung die von der senkrechten Abweicht. Wäre das Blatt symmetrisch, entstünde beim Zug am Paddel am tiefer im Wasser liegenden Blattende ein größerer Druck als am höher gelegenen. Es entstünden Kräfte die das Paddel um die Längsachse des Schaftes drehen würden. Dem müsste der Paddler aus dem Handgelenk bzw. den Unterarmen heraus dem entgegen wirken, was entsprechend Kraft kostet. Asymmetrische Blattform und flache oder Steile Paddelführung spielen hier ineinander.

Blattformen Doppelpaddel Kajak

Vorgelagertes Paddelblatt

Bei einem vorgelagerten Paddelblatt befindet sich das Paddelblatt nicht in einer Linie mit dem Paddelschaft, es ist bei dieser Konstruktion ein paar Zentimeter nach vorne versetzt.
Dadurch taucht das Paddelblatt bei Einsetzen zum Vorwärtsschlag weiter vorne ein und ermöglicht somit mehr Druckentwicklung in der Vorwärtsbewegung.
Vorgelagerte Paddelblätter finden sich oft in Verbindung mit einem Ergonom- oder Bentschaft, es gibt aber auch Paddel mit klassisch geradem Schaft und vorgelagertem Paddelblatt.

vorgelagertes Paddelblatt in Kombination mit einem geraden Paddelschaft

Verschränkung der Paddelblätter

Ob die Idee die Paddelblätter zu einander zu verdrehen, sprich zu verschränken nun aus dem Kajak-Rennsport stammt, mit der Begründung bei einem 90°-gedreht Blatt schneidet die obere Blattkante beim nach vorne führen leichter durch den Wind oder aus dem Kajak-Slalom, mit der Idee mit dem gedrehten Blatt enger um die Tore fahren zu können, sei einmal dahin gestellt. Große Verschränkungen erfordern jedenfalls ein starkes abknicken und strecken des rechten Handgelenks während der Paddelschaft bei jedem Vorwärtsschlag in der linken Hand rotiert. Ergonomisch besser und entspannter für unsere Handgelenke sind moderate Verschränkungen im Bereich von 0-30° für ein Paddel mit geradem Schaft.

Verschränkung Paddelblätter

Im Touren- wie auch im Wildwasserbereich haben sich in den letzten Jahren teilbare Paddel etabliert. Diese ermöglichen je nach Ausführung eine individuelle Variation der Länge und auch die Schränkung der Paddelblätter zueinander ist so stufenlos oder in bestimmten Rastern einstellbar.

Der Paddelschaft

Kajakpaddel mit einem geraden Schaft sind der klassische Standard.
Sie sind intuitiv und einfach in der Handhabung sowie vielseitig einsetzbar.
Ein gerader Paddelschaft erlaubt eine natürliche Handhaltung, zudem kann die Griffposition der Hände am Schaft variiert werden bei:

  • Bogen- und Stützschlägen
  • anhaltendem Seitenwind auf längeren Distanzen
  • Eskimotieren

Techniken, bei denen der Griff am Paddel variiert wird, sind vor allem bei "Grönlandpaddeln" üblich.
Im Wildwasser wird man solche Techniken vermeiden, hier ist der feste Griff am Paddel elementar.

Neben dem klassisch geraden Schaft haben sich in den letzten Jahren sogenannte Ergonomschäfte etabliert.
Diese Paddelschäfte haben einen sehr augenfälligen Knick, der ein stärkeres Abwinkleln des Handgelenks beim nach vorne führen und Einsetzen des Paddels verhindert.
Vielfach geht das Abwinkeln des Handgelenks zudem mit einem lockern des Griffs um den Paddelschaft einher, was in dem Moment nicht erwünscht ist - es kommt ja fast im selben Moment Druck aufs Paddel.
Zahlreichen Paddlern hilft ein solcher "Ergonom-Schaft" aber vor allem dabei Beschwerden im Handgelenk zu vermeiden, die durch das Abwinkeln verursacht werden.

Handhaltung an einem Paddel mit Ergonom-Schaft

Ovalisierung des Paddelschaft

Eine ovaler Schaftquerschnitt verbessert den Griff um den Paddelschaft und erleichtert die Paddelführung - das Paddel legt sich praktisch von selbst passend in die Hand.
Der erfahrene Paddler weiß so auch mit geschlossenen Augen, zum Beispiel bei der Eskimorolle, wie das Paddelblatt zur Wasseroberfläche steht.
Eine Ovalisierung des Paddelschafts findet sich sowohl beim klassisch geraden als auch am Ergonomschaft.
Bei manchen Paddelmodelle findet sich die Ovalisierung des Schafts nur im Bereich der rechten Hand - der Querschnitt im Bereich der linken Hand bleibt rund, um das linke Paddelblatt aus einer Bewegung der rechten Hand heraus ausrichten zu können.

ovalisierung des Paddelschaft im Querschnitt

Schaftteilung

Grundsätzlich ist ein ungeteiltes Paddel stabiler, weniger anfällig und leichter.
Moderne Paddelteilungen sind aber absolut Alltagstauglich - für den Wildwassereinsatz ebenso wie für den Tourenpaddler - und bieten zahlreiche Vorteile.

  • Längenverstellbar
  • Schränkung einstellbar - in Abhängigkeit von Paddler und/oder Windverhältnissen
  • Einfacher und sicherer Transport
Paddel-Teilung

Damit Du lange Freude an Deinem teilbaren Paddel hast:
Nach der Tour die Teilung gut mit Süßwasser reinigen und trocknen lassen.

Materialien im Paddelbau

Das traditionelle Material für ein Paddel ist Holz.
Die Schönheit von Holz, das Wärmegefühl in der Hand – aber auch technische Eigenschaften machen Holz zu einem hervorragenden Material im Paddelbau. Heutzutage werden Paddel - insbesondere Doppelpaddel - jedoch überwiegend aus Kunststoffen hergestellt da diese robuster und zum Teil auch leichter sind. Entwicklungen wie der Ergonom-Schaft oder moderne Paddelteilungen wäre ohne entsprechende Materialien kaum möglich geworden.

Bei Stechpaddeln ist Holz als Werkstoff aber immer noch sehr verbreitet und in Gestalt des Grönlandpaddels ist das Holzpaddel bei zunehmend mehr und mehr Kajak-Paddlern wieder sehr geschätzt.

Material-Paddelblatt

Polyamide (Nylon) sind Kunststoffe die sich im Spritzgussverfahren verarbeiten lassen. In größeren Stückzahlen lassen sich so vergleichsweise preiswerte Paddelblätter herstellen. Zur Verbesserung der mechanischen Eigenschaft können Polyamide mit Glasfasern verstärkt werden (GFK). Kommt ein hochwertiges Polyamid zum Einsatz und stimmt das Paddel-Design lassen sich so sehr hochwertige Paddelblätter realisieren die eine gute Führung im Wasser ermöglichen und dabei robust und leicht sind.

Laminierte Paddelblätter sind zumeist aus einem inneren Schaumkern und äußeren Gewebelagen mit einem hohen Carbon-Anteil gefertigt. Diese Technologie bietet eine hohe Steifigkeit bei minimalem Gewicht.

Als Prepregs werden industriell vorgefertigte, mit Epoxidharzen getränkte Carbon-, Aramid- oder Glasgewebe bezeichnet. In einer beheizten Form werden diese Prepregs beim Paddelhersteller unter Vakuum und hohem Druck zu dünnen, steifen und sehr schlagfesten Paddelblättern verpresst. (Presslaminat). Durch den fehlen Schaumkern sind auf diese Weise hergestellte Paddelblätter sehr dünn. Die für ein präzises Paddeln notwendige Steifigkeit muss konstruktiv durch Rippen oder Ähnliches realisiert werden.

Material-Paddelschaft

Genauso wie bei den Blättern gibt es auch bei den Schäften unterschiedliche Materialien. Die lange Zeit bekannten Aluschäfte sind im modernen Paddelbau praktisch verschwunden und durch Schäfte aus Glas-, Kevlar- und Carbonfasern ersetzt. Zusammen mit dem Paddelblatt ergibt sich bei diesen Schäften eine gleichmäßige Biegekurve des Paddels. Diese ist entscheidend dafür, wie viel Steifigkeit oder Elastizität das Paddel am Ende hat. Ein extrem steifes Paddel ermöglicht hohe Kräfte, ist aber ermüdend für Muskulatur und belastend für die Gelenke.

Um für jedes Paddelmodell das Optimum zu erreichen, kommen je nach Verwendungszweck verschiedene Materialien zum Einsatz.

  • Glasfaserschäfte (Fiberglas) sind moderat im Gewicht, besitzen ein gutes Maß an Flexibilität und zudem ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis.
  • Materialkombinationen aus Carbon und Glasgeweben in Kombination mit hochwertigen Harzen ermöglichen Paddelschäfte mit ausgewogenen Eigenschaften in Bezug auf Gewicht, Flex und Preis.
  • Carbonschäfte besitzen eine hohe Maß an Steifigkeit bei geringstem Gewicht.

Quellen: